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Steht da wirklich FRAUENSCHENKEL? (noch mehr signreading)

Dass Syrien ein Schurkenstaat ist, weiß jeder. Deshalb wundert sich wohl keiner, dass jetzt, wo sich selbst die Australier nach 200 Jahren endlich mal bei den Ureinwohnern entschuldigt haben, immer noch Aborigines auf der Speisekarte eines Restaurants in Damaskus zu finden sind. Sogar gefüllte:


Lecker finde ich allerdings FRAUENSCHENKEL, die in meinem Stadtviertel Gostenhof beim Dönergrill auf der Speisekarte stehen:


Signreading


Ich neige zum Signreading. Das ist eine psychische Störung: die Betroffenen müssen zwanghaft alle Schilder und Beschriftungen vorlesen, die sie sehen. Vielleicht ist das so eine Art semiologischer Sammeltrieb.

Ich kannte mal ein Mädchen, die im Auto jede schriftliche Mitteilung am Wegrand nachsprach: “Bäckerei…, Friedhof…, Ausfahrt…, Stadthalle…, Sonderangebot…”.
Das war in Australien, da stehen nicht so viele Schilder pro Kilometer rum, aber seltsam war das schon.

Seitdem versuche ich mich zu zügeln. Ganz lassen kann ichs aber nicht. Aus therapeutischen Gründen fotografiere ich immer wieder Schilder, Speisekarten, Plakate, und eigne mir dadurch die zu würdigenden Worte relativ lautlos an.


Dieses Schild, ist in Großbritannien kein bisschen sonderbar. Was auf subtile Art und Weise vor Augen führt, wie schockierend die Einstellung zum Essen ist. Pizza und Pommes mit Brown Sauce, hmmm, lecker.


Für solche Schrullen, gesehen im Schaufenster eines Immobilienmaklers in Brighton, lieben wir die Briten.

Keith kann man im Hinterzimmer eines Esoterikladens konsultieren, ebenfalls in Brighton:


Auch schön.